Auktionsarchiv: Los-Nr. 5192

Saenredam, Jan

Schätzpreis
Zuschlagspreis:
n. a.
Auktionsarchiv: Los-Nr. 5192

Saenredam, Jan

Schätzpreis
Zuschlagspreis:
n. a.
Beschreibung:

Die Folge der Sieben Planeten. 7 Kupferstiche nach Hendrick Goltzius Je ca. 25,3 x 17,8. B. 73-79, Hollstein 50-56, Leesberg (New Hollstein, after Goltzius) 657 III (von VI), 658-662, je I (von II). Wz. Straßburger Lilienwappen. Der Kupferstecher Jan Saenredam gehörte in den 1590er Jahren der Werkstatt des Hendrick Goltzius an und zählt zu seinen begabtesten und technisch versiertesten Mitarbeitern. Zwischen 1594 und 1601 assistierte Saenredam Goltzius bei der Verbreitung mehrerer profaner allegorischer Zyklen, darunter die Fünf Sinne, der Zyklus der Hochzeiten und die vorliegende Folge der Sieben Planeten, die in der ikonographischen Tradition der Planetengötter und Planetenkinder steht. Mit dem heidnisch-antiken Sternenglauben waren durch das Mittelalter hindurch auch Elemente antiker Mythologie und Götterikonographie in astrologischen Handschriften, Blockbüchern und Kalendern tradiert worden. Seit dem sechsten nachchristlichen Jahrhundert trugen die Planeten die Namen der antiken Gottheiten. Die unter dem Einfluss eines bestimmten Planeten und Sternbild Geborenen, die Planetenkinder, kennzeichneten nach den astrologischen Lehren entsprechende Eigenschaften und Tätigkeiten oder Berufe. Gängig war in Graphikfolgen seit dem späten 15. Jahrhundert, so noch in den Beispielen nach Maarten van Heemskerck und Maarten de Vos, die Darstellung des jeweiligen Gottes mit Wagen auf seiner Himmelsbahn, während unten die Planetenkinder ihren Tätigkeiten nachgingen. Goltzius‘ grundlegende ikonographische Neuerung ist die Positionierung der Götter als Statuen auf Sockeln in der Landschaft, umgeben von den zeitgenössisch gewandeten Planetenkindern. Auch in der Reihenfolge der Planeten, die hier mit dem am weitesten entfernten Planeten Saturn beginnt, und in der Charakterisierung der Planetenkinder setzte Goltzius neue Schwerpunkte. So ist etwa nicht nur ein Maler unter den Merkurkindern zu finden, sondern es sitzt auch zu Füßen Jupiters ein Zeichner, mit dem Goltzius‘ die bildende Kunst als intellektuelle Tätigkeit neben die artes liberales setzt. Die Figuren beruhten überwiegend auf Zeichnungen nach antiken Statuen, die Goltzius während seines Romaufenthaltes wenige Jahre zuvor geschaffen hatte. Über diesen irdischen Szenen, die unten von lateinischen Versen des Cornelius Schonaeus begleitet werden, sind am Himmel jeweils die zugehörigen Sternbilder und Planetensymbole sichtbar. Goltzius‘ Planetenbilder erhalten durch die Invention der irdischen Götterstatuen sowie durch die Raumkomposition, die den Betrachter auf Augenhöhe mit den Planetenkindern positioniert, eine beeindruckende Präsenz. Saenredams brillante Technik verleiht ihnen eine bestechende Harmonie und Eleganz. - Die vollständige Folge in ganz ausgezeichneten tonigen Drucken mit breiten Rändern um die deutlich zeichnenden Plattenkanten. Leicht angestaubt und fleckig, minimale Erhaltungsmängel, sonst vorzügliche Exemplare.

Auktionsarchiv: Los-Nr. 5192
Beschreibung:

Die Folge der Sieben Planeten. 7 Kupferstiche nach Hendrick Goltzius Je ca. 25,3 x 17,8. B. 73-79, Hollstein 50-56, Leesberg (New Hollstein, after Goltzius) 657 III (von VI), 658-662, je I (von II). Wz. Straßburger Lilienwappen. Der Kupferstecher Jan Saenredam gehörte in den 1590er Jahren der Werkstatt des Hendrick Goltzius an und zählt zu seinen begabtesten und technisch versiertesten Mitarbeitern. Zwischen 1594 und 1601 assistierte Saenredam Goltzius bei der Verbreitung mehrerer profaner allegorischer Zyklen, darunter die Fünf Sinne, der Zyklus der Hochzeiten und die vorliegende Folge der Sieben Planeten, die in der ikonographischen Tradition der Planetengötter und Planetenkinder steht. Mit dem heidnisch-antiken Sternenglauben waren durch das Mittelalter hindurch auch Elemente antiker Mythologie und Götterikonographie in astrologischen Handschriften, Blockbüchern und Kalendern tradiert worden. Seit dem sechsten nachchristlichen Jahrhundert trugen die Planeten die Namen der antiken Gottheiten. Die unter dem Einfluss eines bestimmten Planeten und Sternbild Geborenen, die Planetenkinder, kennzeichneten nach den astrologischen Lehren entsprechende Eigenschaften und Tätigkeiten oder Berufe. Gängig war in Graphikfolgen seit dem späten 15. Jahrhundert, so noch in den Beispielen nach Maarten van Heemskerck und Maarten de Vos, die Darstellung des jeweiligen Gottes mit Wagen auf seiner Himmelsbahn, während unten die Planetenkinder ihren Tätigkeiten nachgingen. Goltzius‘ grundlegende ikonographische Neuerung ist die Positionierung der Götter als Statuen auf Sockeln in der Landschaft, umgeben von den zeitgenössisch gewandeten Planetenkindern. Auch in der Reihenfolge der Planeten, die hier mit dem am weitesten entfernten Planeten Saturn beginnt, und in der Charakterisierung der Planetenkinder setzte Goltzius neue Schwerpunkte. So ist etwa nicht nur ein Maler unter den Merkurkindern zu finden, sondern es sitzt auch zu Füßen Jupiters ein Zeichner, mit dem Goltzius‘ die bildende Kunst als intellektuelle Tätigkeit neben die artes liberales setzt. Die Figuren beruhten überwiegend auf Zeichnungen nach antiken Statuen, die Goltzius während seines Romaufenthaltes wenige Jahre zuvor geschaffen hatte. Über diesen irdischen Szenen, die unten von lateinischen Versen des Cornelius Schonaeus begleitet werden, sind am Himmel jeweils die zugehörigen Sternbilder und Planetensymbole sichtbar. Goltzius‘ Planetenbilder erhalten durch die Invention der irdischen Götterstatuen sowie durch die Raumkomposition, die den Betrachter auf Augenhöhe mit den Planetenkindern positioniert, eine beeindruckende Präsenz. Saenredams brillante Technik verleiht ihnen eine bestechende Harmonie und Eleganz. - Die vollständige Folge in ganz ausgezeichneten tonigen Drucken mit breiten Rändern um die deutlich zeichnenden Plattenkanten. Leicht angestaubt und fleckig, minimale Erhaltungsmängel, sonst vorzügliche Exemplare.

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