"...es ist möglich, dass die Juden das auserwählte Volk Gottes sind, meines sind sie nicht..." - Eigh. Brief m. U. "Cosima". In franz. Sprache. 4 S., auf rosafarbenem Papier eng beschrieben. Doppelblatt. Gr. 8vo. Mit frankiertem Umschlag. (Tribschen) 24.VIII.1868. Umfang- und inhaltsreicher Brief, an ihre Halbschwester Claire de Charnacé gerichtet, über verschiedenste Themen, Politik, Richard Wagner Königin Victoria, Napoleon III., Erziehung ihrer Töchter und manches andere. Der Brief enthält eine Einladung, sie in der Villa in Luzern zu besuchen. Sie bietet Claire de Charnacé die Unterbringung im Haus in Tribschen an, wo Wagner den ersten Stock, Cosima das Erdgeschoss bewohnte. Cosima erwähnt einen Zahnarztbesuch in Basel, Ausflugspläne nach Italien und reflektiert die politische Lage: "Ich glaube nicht, dass Sie falsch liegen, wenn Sie nicht an die Dauer des Bonaparte Regimes in Frankreich glauben, aber ich frage mich, ob wir viel dabei gewinnen, wenn sich etwas ändert" (im Original: "... je ne crois pas que vous voyez faux en ne croyant pas à la durée du regime bonaparte au France, mais je me demande si on gagnera grand chose à un changement..."). "Ich gestehe Ihnen, dass ich die Politik für das Verabscheuungswürdigste und das Dümmste halte, womit man sich beschäftigen kann, denn man kann nichts machen. Il mondo va da sé..." (im Original: "Je vous avoue que je trouve la politique la chose la plus odieuse et la plus sotie dont on puisse s'occuper ..."). Erwähnung findet ebenfalls der Aufenthalt der Königin Viktoria (1819-1901) in Luzern und die damit verbundene Anwesenheit von vielen Polizeispitzeln in der Stadt. Die britische Monarchin suchte in der Schweiz für einige Zeit inkognito als Countess of Kent vom 7. August 1868 an mit ihren Kindern nach etwas Erholung und Ablenkung. Darüber hinaus wird die geplante Rienzi-Aufführung 1869 in Paris angesprochen: "... Le Cte. Guy a bien fait de ne pas s'adresser directement à Hans [von Bülow, ihren Noch-Ehemann]; il n'avait pas été le bienvenu. C'est Pasdeloup qui a Rienzi et qui très probablement aura Lohengrin si Pomin ne le décide pas. En attendant on se met ... aussi en Italie, et tout ce vivement en faveur de Wagner est une des choses les plus singulières que j'ai vues ...". Schließlich kommt sie noch auch auf die Kindererziehung zu sprechen. Die Töchter hätten noch kein Wort des Katechismus gelesen, und im Zusammenhang mit dem Geschichtsunterricht ihrer Töchter zitiert sie den Philosophen Arthur Schopenhauer: "Schopenhauer dit quelque part: 'es ist möglich dass die Juden das auserwählte Volk Gottes sind, meines sind sie nicht.', et je suis de son avis ...".
"...es ist möglich, dass die Juden das auserwählte Volk Gottes sind, meines sind sie nicht..." - Eigh. Brief m. U. "Cosima". In franz. Sprache. 4 S., auf rosafarbenem Papier eng beschrieben. Doppelblatt. Gr. 8vo. Mit frankiertem Umschlag. (Tribschen) 24.VIII.1868. Umfang- und inhaltsreicher Brief, an ihre Halbschwester Claire de Charnacé gerichtet, über verschiedenste Themen, Politik, Richard Wagner Königin Victoria, Napoleon III., Erziehung ihrer Töchter und manches andere. Der Brief enthält eine Einladung, sie in der Villa in Luzern zu besuchen. Sie bietet Claire de Charnacé die Unterbringung im Haus in Tribschen an, wo Wagner den ersten Stock, Cosima das Erdgeschoss bewohnte. Cosima erwähnt einen Zahnarztbesuch in Basel, Ausflugspläne nach Italien und reflektiert die politische Lage: "Ich glaube nicht, dass Sie falsch liegen, wenn Sie nicht an die Dauer des Bonaparte Regimes in Frankreich glauben, aber ich frage mich, ob wir viel dabei gewinnen, wenn sich etwas ändert" (im Original: "... je ne crois pas que vous voyez faux en ne croyant pas à la durée du regime bonaparte au France, mais je me demande si on gagnera grand chose à un changement..."). "Ich gestehe Ihnen, dass ich die Politik für das Verabscheuungswürdigste und das Dümmste halte, womit man sich beschäftigen kann, denn man kann nichts machen. Il mondo va da sé..." (im Original: "Je vous avoue que je trouve la politique la chose la plus odieuse et la plus sotie dont on puisse s'occuper ..."). Erwähnung findet ebenfalls der Aufenthalt der Königin Viktoria (1819-1901) in Luzern und die damit verbundene Anwesenheit von vielen Polizeispitzeln in der Stadt. Die britische Monarchin suchte in der Schweiz für einige Zeit inkognito als Countess of Kent vom 7. August 1868 an mit ihren Kindern nach etwas Erholung und Ablenkung. Darüber hinaus wird die geplante Rienzi-Aufführung 1869 in Paris angesprochen: "... Le Cte. Guy a bien fait de ne pas s'adresser directement à Hans [von Bülow, ihren Noch-Ehemann]; il n'avait pas été le bienvenu. C'est Pasdeloup qui a Rienzi et qui très probablement aura Lohengrin si Pomin ne le décide pas. En attendant on se met ... aussi en Italie, et tout ce vivement en faveur de Wagner est une des choses les plus singulières que j'ai vues ...". Schließlich kommt sie noch auch auf die Kindererziehung zu sprechen. Die Töchter hätten noch kein Wort des Katechismus gelesen, und im Zusammenhang mit dem Geschichtsunterricht ihrer Töchter zitiert sie den Philosophen Arthur Schopenhauer: "Schopenhauer dit quelque part: 'es ist möglich dass die Juden das auserwählte Volk Gottes sind, meines sind sie nicht.', et je suis de son avis ...".
Testen Sie LotSearch und seine Premium-Features 7 Tage - ohne Kosten!
Lassen Sie sich automatisch über neue Objekte in kommenden Auktionen benachrichtigen.
Suchauftrag anlegen