» größer Hegel, Immanuel, jüngerer Sohn des Philosophen G. W. F. Hegel, Theologe, Konsistorialpräsident der Provinz Brandenburg (1814-1891). Eigh. Mitschrift von Vorlesungen Heinrich Gustav Hothos über Ästhetik. 2 Bl., 192 S., davon 179 S. beschrieben. 4to. Pappband d. Z. (stärker beschabt) mit goldgepr. Rückenschild "Aesthetick von Hotho". Berlin 13.V. - 9.VIII.1833. "Aesthetick. Vorlesungen gehalten von Hotho im Sommer 1833. Nachgeschrieben u durchgearbeitet von Immanuel Hegel" (Titel). Bedeutsame Aufzeichnungen des 19jährigen, der im Vorjahr in Berlin ein Jurastudium aufgenommen hatte, aber den Erwerb grundlegender Kenntnisse auch auf dem Gebiet der Ästhetik für sinnvoll hielt. Der Philosoph Heinrich Gustav Hotho (1802-1873), Nachfolger auf dem Lehrstuhl seines 1831 verstorbenen Lehrers Georg Wilhelm Friedrich Hegel stand den Brüdern Karl und Immanuel nach dem Tod des Vaters helfend und beratend zur Seite. Seine Vorlesungen über "Ästhetik oder Philosophie des Schönen und der Kunst" von 1833 bilden eine wertvolle Quelle zur Rezeption von Hegels Ästhetik und ihrer Weiterentwicklung in der nachfolgenden Generation. Es war Hotho, der in der Gesamtausgabe der Werke Hegels die drei Bände der Vorlesungen über Ästhetik edierte (1835-1838, 2. überarb. Aufl. 1842). Die zur selben Zeit entstandene hier vorliegende "Ästhetik" Hothos spiegelt also höchst aufschlußreich den Einfluß Hegels auf das Wissenschaftsverständnis eines unmittelbaren Schülers und dessen Interpretation von Hegels Gedankengebäude. Immanuel gibt diese Vorträge vollständig und großenteils in ausgeformten Sätzen wieder und versieht sie am breiten Rand mit einer stärkeren Gliederung sowie teilweise umfangreichen eigenen Kommentaren - Friedrich Hegel wird hier somit faktisch von zwei Interpreten gefiltert und kommentiert. Die erhebliche philosophiegeschichtliche Bedeutung des vorliegenden Manuskripts manifestiert sich darin, daß 2004 eine kritische Edition veranstaltet wurde (herausgegeben von Bernadette Collenberg-Plotnikov), bei der in einer fast 100seitigen Einleitung die Persönlichkeit Hothos, sein Verhältnis zu Hegel und seine kritische Vorgehensweise gewürdigt werden. Diese Ausgabe modernisiert jedoch die Textgestalt durchgehend, löst alle Abkürzungen auf, gelegentlich auch dort, wo möglicherweise keine Abkürzung beabsichtigt war; ja, sie geht darüber hinaus, indem sie - wenn auch gekennzeichnet - Textbausteine und ganze Textpassagen hinzufügt und damit bereits eine indirekte Interpretation der Aussagen Hothos und Immanuel Hegels vornimmt. Hinzu kommen einzelne Lesefehler. Die Edition ist also als Kommentar zweifellos von großem Nutzen; den Reiz des vorliegenden Originals, das eine eigene Interpretation des Lesers ermöglicht, kann sie nicht ersetzen. Das Manuskript bildet nach wie vor eine wertvolle Quelle zur Rezeption und Nachfolge von Hegels ästhetischen Prinzipien in seiner Zeit.
» größer Hegel, Immanuel, jüngerer Sohn des Philosophen G. W. F. Hegel, Theologe, Konsistorialpräsident der Provinz Brandenburg (1814-1891). Eigh. Mitschrift von Vorlesungen Heinrich Gustav Hothos über Ästhetik. 2 Bl., 192 S., davon 179 S. beschrieben. 4to. Pappband d. Z. (stärker beschabt) mit goldgepr. Rückenschild "Aesthetick von Hotho". Berlin 13.V. - 9.VIII.1833. "Aesthetick. Vorlesungen gehalten von Hotho im Sommer 1833. Nachgeschrieben u durchgearbeitet von Immanuel Hegel" (Titel). Bedeutsame Aufzeichnungen des 19jährigen, der im Vorjahr in Berlin ein Jurastudium aufgenommen hatte, aber den Erwerb grundlegender Kenntnisse auch auf dem Gebiet der Ästhetik für sinnvoll hielt. Der Philosoph Heinrich Gustav Hotho (1802-1873), Nachfolger auf dem Lehrstuhl seines 1831 verstorbenen Lehrers Georg Wilhelm Friedrich Hegel stand den Brüdern Karl und Immanuel nach dem Tod des Vaters helfend und beratend zur Seite. Seine Vorlesungen über "Ästhetik oder Philosophie des Schönen und der Kunst" von 1833 bilden eine wertvolle Quelle zur Rezeption von Hegels Ästhetik und ihrer Weiterentwicklung in der nachfolgenden Generation. Es war Hotho, der in der Gesamtausgabe der Werke Hegels die drei Bände der Vorlesungen über Ästhetik edierte (1835-1838, 2. überarb. Aufl. 1842). Die zur selben Zeit entstandene hier vorliegende "Ästhetik" Hothos spiegelt also höchst aufschlußreich den Einfluß Hegels auf das Wissenschaftsverständnis eines unmittelbaren Schülers und dessen Interpretation von Hegels Gedankengebäude. Immanuel gibt diese Vorträge vollständig und großenteils in ausgeformten Sätzen wieder und versieht sie am breiten Rand mit einer stärkeren Gliederung sowie teilweise umfangreichen eigenen Kommentaren - Friedrich Hegel wird hier somit faktisch von zwei Interpreten gefiltert und kommentiert. Die erhebliche philosophiegeschichtliche Bedeutung des vorliegenden Manuskripts manifestiert sich darin, daß 2004 eine kritische Edition veranstaltet wurde (herausgegeben von Bernadette Collenberg-Plotnikov), bei der in einer fast 100seitigen Einleitung die Persönlichkeit Hothos, sein Verhältnis zu Hegel und seine kritische Vorgehensweise gewürdigt werden. Diese Ausgabe modernisiert jedoch die Textgestalt durchgehend, löst alle Abkürzungen auf, gelegentlich auch dort, wo möglicherweise keine Abkürzung beabsichtigt war; ja, sie geht darüber hinaus, indem sie - wenn auch gekennzeichnet - Textbausteine und ganze Textpassagen hinzufügt und damit bereits eine indirekte Interpretation der Aussagen Hothos und Immanuel Hegels vornimmt. Hinzu kommen einzelne Lesefehler. Die Edition ist also als Kommentar zweifellos von großem Nutzen; den Reiz des vorliegenden Originals, das eine eigene Interpretation des Lesers ermöglicht, kann sie nicht ersetzen. Das Manuskript bildet nach wie vor eine wertvolle Quelle zur Rezeption und Nachfolge von Hegels ästhetischen Prinzipien in seiner Zeit.
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