» größer - Hoddis, Jakob van (eigentl. Hans Davidsohn), expressionistisch-dadaistischer Lyriker, Mitglied des "Neuen Clubs" und des "Neopathetischen Cabarets", wurde 1942 aus einer rheinischen Heilanstalt nach Polen deportiert und ermordet (1887-1942). 2 eigh. Schriftstücke m. U. "Hoddis" bzw. "van H." Zus. 2 S. (Bleistift) auf kariertem Notizpapier. Je 7,7 x 13,5 cm. (Berlin) 8.II.1911. Zwei Anträge auf Abstimmung bei einer Sitzung des "Neuen Clubs" oder des "Neopathetischen Cabarets" : "Das Cabaret an einen bestimmten Tag und einen bestimmten Ort zu binden. v. H.". Mit Vermerk von anderer Hand: "angenommen". - "Ich beantrage dem Leiter zu verbieten Frau Hennings aufzufordern. Hoddis." Mit Vermerk von anderer Hand: "abgelehnt". - Die Schriftstellerin, Schauspielerin und Kabarettistin Emma Hennings (1885-1948), später mit Hugo Ball verheiratet, war 1909 erstmals im "Neuen Club" aufgetreten. Sie gehörte zu den Begründern der Dada-Bewegung in Zürich. - Die Schriftstücke stammen aus dem Nachlaß von Erwin Loewenson , Freund und Nachlaßverwalter Georg Heyms und Mitbegründer des "Neuen Clubs"; er bewahrte auch eine Anzahl von 25 Gedichttyposkripten auf 24 Bl., die Jakob van Hoddis zugeschrieben werden, zumal 2 von ihnen Korrekturen von dessen Hand enthalten. Einige Typoskripte sind offenbar von Loewenson nach van Hoddis' Vorlagen gefertigt. Hier vorhanden sind die Typoskripte folgender Gedichte: Orgie (mit van Hoddis' Korrekturen). - Sirenenraub (mit van Hoddis' Korrekturen). - Gebet (2 Exemplare). - Landschaft. - Tobsucht. - Es fuhr ein Automobil in den Goldfischteich. - Nach. - Der Mörder. - Jungens. - Der Frühling kam - Denn seine Liebe war wie roter Wein - Und heute ging ich auf den dumpfen Strassen (3 Ex.) - Das weisse Feld umgrenzten kahle Bäume (2 Ex.) - Durch Dunkel schreit ich froh daher - Der Knecht - Vergessen wir, was unsre Väter waren - Und zaghaft fassen wir die späte Feier - Die Mittagssone rollt mit neuer Wut (2 Ex.) - Und dass es Ströme gibt und an dem Meere - Dieser Sohn, um den ich weine - Tage des Zweifels - Herbst an den Zelten - Lied. Arge! Vernimm meinen zagenden Ruf - (Meinem Freunde Georg Heym). Die rote Sandsteinbrücke packt - Gartenabend (Rudolf Kurtz gewidmet). - Van Hoddis' Stil ist teilweise an den originellen Bildern und der grotesken Schlußpointe zu identifizieren. Als Beispiel das Gedicht "Orgie" : "In stummer Stunde aus dem Knäul der Schleier / Entstieg ein blankes, zierliches Gerippe. / Ja komm! Ja du! Ja komm zur Liebesfeier! / Auf deine Rippen press ich meine Lippe. / Einst hiessest du gewisslich Fräulein Meyer. / Setz dich mal her! Wir essen eine Schrippe." - Schriftstücke von Jakob van Hoddis, dessen Geist frühzeitig durch Krankheit verdunkelt wurde, sind von größter Seltenheit: das Jahrbuch der Auktionspreise 1950 ff. verzeichnet kein einziges Autograph des dadaistischen Lyrikers.
» größer - Hoddis, Jakob van (eigentl. Hans Davidsohn), expressionistisch-dadaistischer Lyriker, Mitglied des "Neuen Clubs" und des "Neopathetischen Cabarets", wurde 1942 aus einer rheinischen Heilanstalt nach Polen deportiert und ermordet (1887-1942). 2 eigh. Schriftstücke m. U. "Hoddis" bzw. "van H." Zus. 2 S. (Bleistift) auf kariertem Notizpapier. Je 7,7 x 13,5 cm. (Berlin) 8.II.1911. Zwei Anträge auf Abstimmung bei einer Sitzung des "Neuen Clubs" oder des "Neopathetischen Cabarets" : "Das Cabaret an einen bestimmten Tag und einen bestimmten Ort zu binden. v. H.". Mit Vermerk von anderer Hand: "angenommen". - "Ich beantrage dem Leiter zu verbieten Frau Hennings aufzufordern. Hoddis." Mit Vermerk von anderer Hand: "abgelehnt". - Die Schriftstellerin, Schauspielerin und Kabarettistin Emma Hennings (1885-1948), später mit Hugo Ball verheiratet, war 1909 erstmals im "Neuen Club" aufgetreten. Sie gehörte zu den Begründern der Dada-Bewegung in Zürich. - Die Schriftstücke stammen aus dem Nachlaß von Erwin Loewenson , Freund und Nachlaßverwalter Georg Heyms und Mitbegründer des "Neuen Clubs"; er bewahrte auch eine Anzahl von 25 Gedichttyposkripten auf 24 Bl., die Jakob van Hoddis zugeschrieben werden, zumal 2 von ihnen Korrekturen von dessen Hand enthalten. Einige Typoskripte sind offenbar von Loewenson nach van Hoddis' Vorlagen gefertigt. Hier vorhanden sind die Typoskripte folgender Gedichte: Orgie (mit van Hoddis' Korrekturen). - Sirenenraub (mit van Hoddis' Korrekturen). - Gebet (2 Exemplare). - Landschaft. - Tobsucht. - Es fuhr ein Automobil in den Goldfischteich. - Nach. - Der Mörder. - Jungens. - Der Frühling kam - Denn seine Liebe war wie roter Wein - Und heute ging ich auf den dumpfen Strassen (3 Ex.) - Das weisse Feld umgrenzten kahle Bäume (2 Ex.) - Durch Dunkel schreit ich froh daher - Der Knecht - Vergessen wir, was unsre Väter waren - Und zaghaft fassen wir die späte Feier - Die Mittagssone rollt mit neuer Wut (2 Ex.) - Und dass es Ströme gibt und an dem Meere - Dieser Sohn, um den ich weine - Tage des Zweifels - Herbst an den Zelten - Lied. Arge! Vernimm meinen zagenden Ruf - (Meinem Freunde Georg Heym). Die rote Sandsteinbrücke packt - Gartenabend (Rudolf Kurtz gewidmet). - Van Hoddis' Stil ist teilweise an den originellen Bildern und der grotesken Schlußpointe zu identifizieren. Als Beispiel das Gedicht "Orgie" : "In stummer Stunde aus dem Knäul der Schleier / Entstieg ein blankes, zierliches Gerippe. / Ja komm! Ja du! Ja komm zur Liebesfeier! / Auf deine Rippen press ich meine Lippe. / Einst hiessest du gewisslich Fräulein Meyer. / Setz dich mal her! Wir essen eine Schrippe." - Schriftstücke von Jakob van Hoddis, dessen Geist frühzeitig durch Krankheit verdunkelt wurde, sind von größter Seltenheit: das Jahrbuch der Auktionspreise 1950 ff. verzeichnet kein einziges Autograph des dadaistischen Lyrikers.
Testen Sie LotSearch und seine Premium-Features 7 Tage - ohne Kosten!
Lassen Sie sich automatisch über neue Objekte in kommenden Auktionen benachrichtigen.
Suchauftrag anlegen