» größer "dies Verwandt-Sein mit den Dingen der Meere" - Jentzsch, Robert, enger Freund Robert Heyms, als Lyriker Mitglied des "Neuen Clubs", promovierter und habilitierter Mathematiker, fertigte wichtige Abschriften von Heyms heute verlorenen Gedichten an, fiel im Weltkrieg 1918 (1890-1918). Eigh. Brief m. U. "Robert Jentzsch". 1 1 / 2 S. Doppelblatt. Mit eigh. Umschlag. Kl. 4to. München 22.I.1912. Sehr schöner Kondolenzbrief an Georg Heyms Mutter, wenige Tage nach des Dichters Tod in der Havel. Jentzsch versteht es, in dem Wesen seines Freundes Trostgründe für die Mutter zu finden. "... Gestatten Sie mir, einem Ihnen Unbekannten, jetzt, bei dem Tode Ihres Sohnes an Sie zu schreiben. Ich habe ihn ein Jahr etwa gekannt, und war bald mit ihm befreundet, wir teilten uns unsere Verse mit und besprachen vieles, was uns bewegte, Gedanken, Empfindungen, Pläne. Als er mich im November hier in München besuchte, sprachen wir viel über sein Wesen und Leben. Er schien sich und mir wie in einem Meere stehend, und den Tagen und Ereignissen, die um ihn her wie Wellen kamen und gingen, mit seinen großen Augen zuschauend. Dies Verwandt-Sein mit den Dingen der Meere sprach er auch in seinen Versen aus, in dem Buche, das er veröffentlicht hat und in seinen neuen Versen, die nur zwei, drei Freunde kannten, zu denen auch ich gehören durfte. Als ich nun hörte, dass er in der Tiefe des Sees versunken sei, erinnerte ich mich bald dieser seiner Neigung und Liebe zum Wasser, und hielt es fast für einen Trost, dass er diesen Tod fand und nicht irgendeinem anderen unorganischen Zufall zum Opfer fiel ...". - Jentzsch konnte nicht ahnen, dass ihn schon sechs Jahre später ebenfalls ein viel zu früher Tod ereilen würde: Er starb im März 1918 als Leutnant an der Westfront. - Beiliegend 3 Programmzettel des "Neopathetischen Cabarets" (alle vom 16.XII.1911) mit Titelholzschnitt von Karl Schmidt-Rottluff ; rückseitig handschriftlich mit Gedichten aus dem Zyklus "Die Engel" von Robert Jentzsch gefüllt, jedoch niedergeschrieben von Erwin Loewenson; darunter ein Gedicht "Welt-Ende" - ein Gegenstück zu dem gleichnamigen berühmten Gedicht von Jakob van Hoddis.
» größer "dies Verwandt-Sein mit den Dingen der Meere" - Jentzsch, Robert, enger Freund Robert Heyms, als Lyriker Mitglied des "Neuen Clubs", promovierter und habilitierter Mathematiker, fertigte wichtige Abschriften von Heyms heute verlorenen Gedichten an, fiel im Weltkrieg 1918 (1890-1918). Eigh. Brief m. U. "Robert Jentzsch". 1 1 / 2 S. Doppelblatt. Mit eigh. Umschlag. Kl. 4to. München 22.I.1912. Sehr schöner Kondolenzbrief an Georg Heyms Mutter, wenige Tage nach des Dichters Tod in der Havel. Jentzsch versteht es, in dem Wesen seines Freundes Trostgründe für die Mutter zu finden. "... Gestatten Sie mir, einem Ihnen Unbekannten, jetzt, bei dem Tode Ihres Sohnes an Sie zu schreiben. Ich habe ihn ein Jahr etwa gekannt, und war bald mit ihm befreundet, wir teilten uns unsere Verse mit und besprachen vieles, was uns bewegte, Gedanken, Empfindungen, Pläne. Als er mich im November hier in München besuchte, sprachen wir viel über sein Wesen und Leben. Er schien sich und mir wie in einem Meere stehend, und den Tagen und Ereignissen, die um ihn her wie Wellen kamen und gingen, mit seinen großen Augen zuschauend. Dies Verwandt-Sein mit den Dingen der Meere sprach er auch in seinen Versen aus, in dem Buche, das er veröffentlicht hat und in seinen neuen Versen, die nur zwei, drei Freunde kannten, zu denen auch ich gehören durfte. Als ich nun hörte, dass er in der Tiefe des Sees versunken sei, erinnerte ich mich bald dieser seiner Neigung und Liebe zum Wasser, und hielt es fast für einen Trost, dass er diesen Tod fand und nicht irgendeinem anderen unorganischen Zufall zum Opfer fiel ...". - Jentzsch konnte nicht ahnen, dass ihn schon sechs Jahre später ebenfalls ein viel zu früher Tod ereilen würde: Er starb im März 1918 als Leutnant an der Westfront. - Beiliegend 3 Programmzettel des "Neopathetischen Cabarets" (alle vom 16.XII.1911) mit Titelholzschnitt von Karl Schmidt-Rottluff ; rückseitig handschriftlich mit Gedichten aus dem Zyklus "Die Engel" von Robert Jentzsch gefüllt, jedoch niedergeschrieben von Erwin Loewenson; darunter ein Gedicht "Welt-Ende" - ein Gegenstück zu dem gleichnamigen berühmten Gedicht von Jakob van Hoddis.
Testen Sie LotSearch und seine Premium-Features 7 Tage - ohne Kosten!
Lassen Sie sich automatisch über neue Objekte in kommenden Auktionen benachrichtigen.
Suchauftrag anlegen