Auktionsarchiv: Los-Nr. 5

NACHFOLGER DES ‚MAESTRO DELLE VITAE

Limitpreis
Zuschlagspreis:
n. a.
Auktionsarchiv: Los-Nr. 5

NACHFOLGER DES ‚MAESTRO DELLE VITAE

Limitpreis
Zuschlagspreis:
n. a.
Beschreibung:

NACHFOLGER DES ‚MAESTRO DELLE VITAE IMPERATORUM‘ Tätig um 1470 Lombardei (Cremona?) ANTIPHONARFRAGMENT MIT BILDINITIALE ZUM FEST DER HEILIGEN UNSCHULDIGEN KINDER (IN FESTO SANCTORUM INNOCENTIUM) Polychrome Malerei, teilweise goldgehöht, sowie lateinischer Text in Braun und Rot und Quadratnoten in Braun auf vierlinigem, rotem Notensystem auf Pergament. 49,5 cm x 34,5 cm. Gute Erhaltung, minimalst fleckig und part. minimalste Farbverluste sowie leicht berieben, Seite im oberen Bereich leicht beschnitten und obere Ecke rest.; leichte Quetschfalten im Randbereich. Im Passepartout und hinter Glas gerahmt. Provenienz: Auktion Christies 6. Juni 2007 (Lot 15), zuvor Sam Fogg, N.Y.; Privatsammlung. Auf der Vorderseite vierliniges, rotes Notensystem mit Quadratnoten in Braun und lateinischem Text in Rot und Braun. Nahezu mittig die blaue, von roten Zierlinien umgebene Fleuronnée-Initiale ‚H‘ als Beginn der Zeile ‚Hi sunt qui cum mulieribus non sunt coinquinati‘. Auf der Rückseite große Bildinitiale auf Goldgrund mit der Darstellung des in ein blaues Gewand gekleideten auf einem Thron sitzenden Herodes links und einem Schergen mit erhobenem Schwert, die Kinder tötend, rechts. Das Blatt stammt aus einem großformatigen Antiphonar, was u. a. an den rot hervorgehobenen Abkürzungen für ‚R(esponsorium), v(ersus) und a(antiphon)‘ erkennbar ist. Man nimmt in diesem fragmentierten Zustand die Seite mit der Bildinitiale als die vordere wahr, tatsächlich beginnen die Gesänge zum Gedenktag für die heiligen Unschuldigen Kinder jedoch auf der anderen Seite, auf der die Antiphon ‚Hi sunt qui cum mulieribus non sunt coinquinati (Sie sind es, die sich mit Frauen nicht vergangen haben)‘ verzeichnet ist. Der Beginn dieses Abschnittes wurde mit einer blauen Lombarde mit roten Verzierungen aus Parallellinien mit Besatz aus kleinen Halbkreisen markiert (Fleuronnée-Initiale). Die zweizeilige Bildinitiale auf der Rückseite ist von außerordentlicher malerischer Qualität und steht dem Responsorium des Festes voran. Es ist dem Anlass entsprechend das Martyrium der Unschuldigen Kinder gezeigt: König Herodes gab den Befehl, alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren in Bethlehem und Umgebung zu töten, nachdem er erfahren hatte, dass dort der neue König der Juden geboren worden ist (Matthäus 2, 16-18). Die Personen hat der Maler auf diejenigen beschränkt, die für die Wiedererkennbarkeit der Szene notwendig sind: links sitzt König Herodes auf einem mit weißen floralen Motiven geschmückten Thron und im Hintergrund ist ein Scherge zu erkennen, der die Kinder tötet. Die Handlung spielt in einem abstrakten Raum mit dramatisch rotem Boden und blauem, weiß gemustertem Hintergrund. Auffällig sind die sorgfältig ausgeführten Ornamente, die duftigen filigranen Motive, die den Buchstaben überziehen und die plastisch wiedergegebenen Blätter in leuchtendem Rot und Grün, die in elegantem Schwung an die Ecken des Initialfeldes ansetzen und sich auf dem Seitenrand ausbreiten. An ihren Enden und neben die Initiale sind goldene, mit schwarzen Verzierungen eingefasste Punkte platziert. Vom selben Illuminator stammt eine Initiale, die sich heute im Fitzwilliam Museum in Cambridge befindet (MS McClean 201.13r): Vergleichbar sind zum Beispiel die Art, wie die Initiale an den Rändern abgedunkelt ist, und das Ornament aus drei- und fünfteiligen Blüten, das den blauen Buchstaben der einen Initiale und den Thron des Herodes im Binnenfeld der anderen schmückt. Die Bevorzugung des strengen Profils bei der Wiedergabe von Köpfen ist ebenfalls zu nennen, sowie die Musterung des Bartes von Herodes aus Punkten und Wellenlinien stimmen überein. Ornamentik, Figuren- und Falten-/Gewandstil gehen auf den ‚Maestro delle Vitae imperatori‘ zurück, der von ca. 1430 bis 1450 arbeitete und mehrere Mitarbeiter sowie Nachfolger hatte, die die Buchmalerei in der Lombardei in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts dominierten – unter diesen gehörte der Illuminator des angebotenen Fragmentes und des Fragmentes in

Auktionsarchiv: Los-Nr. 5
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NACHFOLGER DES ‚MAESTRO DELLE VITAE IMPERATORUM‘ Tätig um 1470 Lombardei (Cremona?) ANTIPHONARFRAGMENT MIT BILDINITIALE ZUM FEST DER HEILIGEN UNSCHULDIGEN KINDER (IN FESTO SANCTORUM INNOCENTIUM) Polychrome Malerei, teilweise goldgehöht, sowie lateinischer Text in Braun und Rot und Quadratnoten in Braun auf vierlinigem, rotem Notensystem auf Pergament. 49,5 cm x 34,5 cm. Gute Erhaltung, minimalst fleckig und part. minimalste Farbverluste sowie leicht berieben, Seite im oberen Bereich leicht beschnitten und obere Ecke rest.; leichte Quetschfalten im Randbereich. Im Passepartout und hinter Glas gerahmt. Provenienz: Auktion Christies 6. Juni 2007 (Lot 15), zuvor Sam Fogg, N.Y.; Privatsammlung. Auf der Vorderseite vierliniges, rotes Notensystem mit Quadratnoten in Braun und lateinischem Text in Rot und Braun. Nahezu mittig die blaue, von roten Zierlinien umgebene Fleuronnée-Initiale ‚H‘ als Beginn der Zeile ‚Hi sunt qui cum mulieribus non sunt coinquinati‘. Auf der Rückseite große Bildinitiale auf Goldgrund mit der Darstellung des in ein blaues Gewand gekleideten auf einem Thron sitzenden Herodes links und einem Schergen mit erhobenem Schwert, die Kinder tötend, rechts. Das Blatt stammt aus einem großformatigen Antiphonar, was u. a. an den rot hervorgehobenen Abkürzungen für ‚R(esponsorium), v(ersus) und a(antiphon)‘ erkennbar ist. Man nimmt in diesem fragmentierten Zustand die Seite mit der Bildinitiale als die vordere wahr, tatsächlich beginnen die Gesänge zum Gedenktag für die heiligen Unschuldigen Kinder jedoch auf der anderen Seite, auf der die Antiphon ‚Hi sunt qui cum mulieribus non sunt coinquinati (Sie sind es, die sich mit Frauen nicht vergangen haben)‘ verzeichnet ist. Der Beginn dieses Abschnittes wurde mit einer blauen Lombarde mit roten Verzierungen aus Parallellinien mit Besatz aus kleinen Halbkreisen markiert (Fleuronnée-Initiale). Die zweizeilige Bildinitiale auf der Rückseite ist von außerordentlicher malerischer Qualität und steht dem Responsorium des Festes voran. Es ist dem Anlass entsprechend das Martyrium der Unschuldigen Kinder gezeigt: König Herodes gab den Befehl, alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren in Bethlehem und Umgebung zu töten, nachdem er erfahren hatte, dass dort der neue König der Juden geboren worden ist (Matthäus 2, 16-18). Die Personen hat der Maler auf diejenigen beschränkt, die für die Wiedererkennbarkeit der Szene notwendig sind: links sitzt König Herodes auf einem mit weißen floralen Motiven geschmückten Thron und im Hintergrund ist ein Scherge zu erkennen, der die Kinder tötet. Die Handlung spielt in einem abstrakten Raum mit dramatisch rotem Boden und blauem, weiß gemustertem Hintergrund. Auffällig sind die sorgfältig ausgeführten Ornamente, die duftigen filigranen Motive, die den Buchstaben überziehen und die plastisch wiedergegebenen Blätter in leuchtendem Rot und Grün, die in elegantem Schwung an die Ecken des Initialfeldes ansetzen und sich auf dem Seitenrand ausbreiten. An ihren Enden und neben die Initiale sind goldene, mit schwarzen Verzierungen eingefasste Punkte platziert. Vom selben Illuminator stammt eine Initiale, die sich heute im Fitzwilliam Museum in Cambridge befindet (MS McClean 201.13r): Vergleichbar sind zum Beispiel die Art, wie die Initiale an den Rändern abgedunkelt ist, und das Ornament aus drei- und fünfteiligen Blüten, das den blauen Buchstaben der einen Initiale und den Thron des Herodes im Binnenfeld der anderen schmückt. Die Bevorzugung des strengen Profils bei der Wiedergabe von Köpfen ist ebenfalls zu nennen, sowie die Musterung des Bartes von Herodes aus Punkten und Wellenlinien stimmen überein. Ornamentik, Figuren- und Falten-/Gewandstil gehen auf den ‚Maestro delle Vitae imperatori‘ zurück, der von ca. 1430 bis 1450 arbeitete und mehrere Mitarbeiter sowie Nachfolger hatte, die die Buchmalerei in der Lombardei in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts dominierten – unter diesen gehörte der Illuminator des angebotenen Fragmentes und des Fragmentes in

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