GEKRÖNTE MONDSICHELMADONNA MIT DEM JESUSKIND
Höhe: 110 cm. Nürnberg, um 1515. In Lindenholz, ungefasst, vollplastisch und allseitig geschnitzte Gewandfigur, in leicht S-bogiger Standhaltung, das Kind in Sitzposition, in der rechten Hand der Madonna. Die linke, vorgestreckte Hand der Madonna fasst den Ärmelbausch des Mantels und hielt ehemals einen Zepterstab, an dessen oberen Teil auch das Kind die Hand legt. Das Zepter fehlt jedoch. In der rechten Hand des Kindes eine Weltkugel auf den Knien gehalten, die Beine des Kindes X-förmig übereinandergelegt, als alte, herkömmlich verstandene Geste des thronenden Herrschers. Das Gesicht der Madonna mit kontemplativem Gesichtsausdruck, der Mund - wie auch der des Kindes - mit ganz leichtem Lächlen wiedergegeben, über der hohen Stirne Krone mit kurzen Bogenzacken, die dem Ornamentgeist der Gotik entsprechen. Das Haar seitlich lockig über die Schulter herabgeführt, am Rücken in zwei lange, herabziehende Strähnen fein geschnitzt. Das eng anliegende Kleid hochgegürtet, mit betonten, vertikalen, schlanken Röhrenfalten. Darüber ein gebauschter Mantel, dessen Faltenschwünge aus dem linken Arm nach unten ziehen, die größere Mantelfalte, die von links unten nach rechts oben am Arm zieht, bildet eine Kompositionsdiagonale, unmerklich unterbrochen durch eine kleine Krüppelfalte, etwa in Kniehöhe, von der der Mantelsaum im Bogen wieder nach rechts zieht, um sich über die Fußspitze zu legen. Der Mantelsaum, der vom rechten Arm ausgeht, zieht nahezu gerade in nur leichtem Bogen zur Mondsichel und bedeckt dort das linke Horn der Sichel, wodurch lediglich das markant geschnitzte Mondgesicht unterhalb des Gewandes zur Geltung kommt, unterfangen von einer gekräuselten Wolkenbank. Während der Blick der Madonna eher nachdenklich in sich gekehrt ist, nimmt das Jesuskind Blickkontakt mit dem Betrachter auf. Bekanntlich erfreute sich der Typus der Mondsichelmadonna im 15. Jahrhundert großer Beliebtheit, nach der damals aufflammenden Bedrohung durch die osmanische Herrschaft. Hier sollte Maria als Schutzpatronin des Christentums dieser Bedrohung gegenüber schützend stehen. Die ungefasste Figur zeigt eindeutig Stilmerkmale des Wirkens des Meisters und der Werkstatt des Nürnberger Meisters Veit Stoß. Als Vorbilder können hier dessen Schnitzwerke der früheren bis mittleren Nürnberger Zeit genannt werden, etwa der Figuren aus St. Sebald in Nürnberg, oder der Hausmadonna vom Haus in der Wunderburggasse, Nürnberg, dem Wohnaus des Künstlers. In jedem dieser Vorbildbeispiele ist der Kontrast zwischen der ruhigen Haltung der Madonna und der starken Bewegung des Kindes festzustellen. Provenienz: Sammlung Dr. Weißmantel. (952071) Nuremberg carving artist, circle of Veit Stoß Height: 110 cm. Nuremberg, circa 1520. Provenance: Dr Weißmantel Collection.
GEKRÖNTE MONDSICHELMADONNA MIT DEM JESUSKIND
Höhe: 110 cm. Nürnberg, um 1515. In Lindenholz, ungefasst, vollplastisch und allseitig geschnitzte Gewandfigur, in leicht S-bogiger Standhaltung, das Kind in Sitzposition, in der rechten Hand der Madonna. Die linke, vorgestreckte Hand der Madonna fasst den Ärmelbausch des Mantels und hielt ehemals einen Zepterstab, an dessen oberen Teil auch das Kind die Hand legt. Das Zepter fehlt jedoch. In der rechten Hand des Kindes eine Weltkugel auf den Knien gehalten, die Beine des Kindes X-förmig übereinandergelegt, als alte, herkömmlich verstandene Geste des thronenden Herrschers. Das Gesicht der Madonna mit kontemplativem Gesichtsausdruck, der Mund - wie auch der des Kindes - mit ganz leichtem Lächlen wiedergegeben, über der hohen Stirne Krone mit kurzen Bogenzacken, die dem Ornamentgeist der Gotik entsprechen. Das Haar seitlich lockig über die Schulter herabgeführt, am Rücken in zwei lange, herabziehende Strähnen fein geschnitzt. Das eng anliegende Kleid hochgegürtet, mit betonten, vertikalen, schlanken Röhrenfalten. Darüber ein gebauschter Mantel, dessen Faltenschwünge aus dem linken Arm nach unten ziehen, die größere Mantelfalte, die von links unten nach rechts oben am Arm zieht, bildet eine Kompositionsdiagonale, unmerklich unterbrochen durch eine kleine Krüppelfalte, etwa in Kniehöhe, von der der Mantelsaum im Bogen wieder nach rechts zieht, um sich über die Fußspitze zu legen. Der Mantelsaum, der vom rechten Arm ausgeht, zieht nahezu gerade in nur leichtem Bogen zur Mondsichel und bedeckt dort das linke Horn der Sichel, wodurch lediglich das markant geschnitzte Mondgesicht unterhalb des Gewandes zur Geltung kommt, unterfangen von einer gekräuselten Wolkenbank. Während der Blick der Madonna eher nachdenklich in sich gekehrt ist, nimmt das Jesuskind Blickkontakt mit dem Betrachter auf. Bekanntlich erfreute sich der Typus der Mondsichelmadonna im 15. Jahrhundert großer Beliebtheit, nach der damals aufflammenden Bedrohung durch die osmanische Herrschaft. Hier sollte Maria als Schutzpatronin des Christentums dieser Bedrohung gegenüber schützend stehen. Die ungefasste Figur zeigt eindeutig Stilmerkmale des Wirkens des Meisters und der Werkstatt des Nürnberger Meisters Veit Stoß. Als Vorbilder können hier dessen Schnitzwerke der früheren bis mittleren Nürnberger Zeit genannt werden, etwa der Figuren aus St. Sebald in Nürnberg, oder der Hausmadonna vom Haus in der Wunderburggasse, Nürnberg, dem Wohnaus des Künstlers. In jedem dieser Vorbildbeispiele ist der Kontrast zwischen der ruhigen Haltung der Madonna und der starken Bewegung des Kindes festzustellen. Provenienz: Sammlung Dr. Weißmantel. (952071) Nuremberg carving artist, circle of Veit Stoß Height: 110 cm. Nuremberg, circa 1520. Provenance: Dr Weißmantel Collection.
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