Prachtvolles, vollständiges Exemplar in zeitgenössichem Einband Galilei, Galileo. Trattato della sfera di Galileo Galilei con alcune prattiche intorno à quella, e modo di fare la figura celeste, e suoi direttioni, seconda la via rationale di Buonardo Savi. 296 S. Mit Kupfertitel, Textholzschnitt und typographischen Tabellen im Text, 2 Falttabellen und 2 gefalteten Kupfertafeln. 13 x 7,5 cm. Pergament d. Z. (kaum fleckig oder wellig, ohne die Bindebänder) mit 2 (etwas späteren) goldgeprägten schwarzen RSchildern, goldenen Doppelfileten auf dem Rücken und als Bordürerahmen auf beiden Deckeln, goldgeprägten Eckfleurons und Mittelvignette sowie dreiseitigem Goldschnitt. Rom, Nicolò Angelo Tinasi für Domenico Grialdi, 1656. Riccardi I, 398. Cinti 264 (133). Carli-Favaro 252. Fahie 39. Gamba 393. Nicht bei Houzeau-Lancaster. – Erste Ausgabe von dem posthum erschienenen Traktat über die Sphären, den der italienische Astronom, Mathematiker, Philosoph und Universalgelehrte Galileo Galilei (1564-1642) in den 1590er Jahren verfasst hatte. Zu Grunde lagen die für seine Vorlesungen an der Universität zu Padua erarbeiteten Thesen, wobei es sich möglicherweise um eine Auseinandersetzung mit den Theorien des hochmittelalterlichen Astronomen Johannes de Sacrobosco (1195-1256) handelt. So adaptierte Galilei seine Erkenntnisse für die Didaktik an den Universitäten und schuf damit eines der ersten astronomischen Lehrbücher. Daraus erklärt sich auch der umfangreiche Rekurs auf die Lehren des Claudius Ptolemaeus, dessen geozentrisches Planetensystem Galileo zunächst vorstellt - und das selbstverständlich auch bei Sacrobosco das vorherrschende, von der Kirche mich dem Schöpfungsakt der Genesis in Einklang stehende, Weltbild war. Demnach steht die von Planeten und Sternen sowie der Sonne umwanderte Erde im Mittelpunkt des Systems. Während der erste Teil damit die Einführung in die Astronomie für Studienbeginner enthält, wendet sich der Autor im zweiten Teil einzelnen astronomischen Beobachtungen und Himmelsphänomenen zu. In den Grundlagen dazu knüpft Galileo an die Forschungen des bedeutenden Astronomen und Mathematikers Bonaventura Cavalieri (1598-1647) an, der aus Mailand stammt und dem Orden der Jesuaten des Hl. Hieronymus angehörte. Das Manuskript selbst war schon damals verlorengegangen, so dass der Text einzig auf Vorlesungsmitschriften der Jahre 1602 bis 1606 von Studenten Galileis basiert. Hinter dem sich nur als Pseudonym "Buonardo Savi" nennenden Herausgeber verbirgt sich der 1618 geborene Urbano D'Aviso, ein Schüler Galileis, der seinen Namen als Anagramm permutierte. Am Schluss des Werkes gibt er mehrere praktische Anweisungen zur Kartierung des Weltalls. "The treatise on the Sphere ... is supposed by some authors to be apocryphal, as it teaches the Ptolemaic cosmogony, placing the earth immovable in the center, and adducing the usual arguments. But this does not necessarily make the work apocryphal, for we have it under his own hand that for some years he taught the Ptolemaic system in classes out of compilance with popular feeling, though at heart he was a follower of Copernicus" (Fahie). Der hübsche, sehr virtuos und überaus fein radierte Kupfertitel zeigt in der Mitte einen mächtigen Sockel mit dem Wappen der Medici, wohl des Papstes Alessandro Ottaviano de' Medici, darüber der Titel: "Sfera del Galileo con le Prattiche di Buonardo Savi", auf dem Sockel eine Amillarsphäre, umstanden von vier Astronomen, von denen einer sein langes, vierfach ausgezogenes Teleskop-Fernrohr auf Mond und Sterne richtet - in Anspielung auf das Galilei-Fernrohr, das Galileo Galilei aus dem Holländischen Fernrohr des Linsenmachers Hans Lipperhey entwickelt hatte und das das wichtigste Instrument seiner Beobachtungen werden sollte. Die Kupfertafeln geben zahlreiche Instrumente wieder, mit denen sich der Astronom ausstatten solle, ferner Tabellen zu wiederkehrenden Himmelsereignissen und vieles mehr. – Vereinzelt minimal braunfleckig, ei
Prachtvolles, vollständiges Exemplar in zeitgenössichem Einband Galilei, Galileo. Trattato della sfera di Galileo Galilei con alcune prattiche intorno à quella, e modo di fare la figura celeste, e suoi direttioni, seconda la via rationale di Buonardo Savi. 296 S. Mit Kupfertitel, Textholzschnitt und typographischen Tabellen im Text, 2 Falttabellen und 2 gefalteten Kupfertafeln. 13 x 7,5 cm. Pergament d. Z. (kaum fleckig oder wellig, ohne die Bindebänder) mit 2 (etwas späteren) goldgeprägten schwarzen RSchildern, goldenen Doppelfileten auf dem Rücken und als Bordürerahmen auf beiden Deckeln, goldgeprägten Eckfleurons und Mittelvignette sowie dreiseitigem Goldschnitt. Rom, Nicolò Angelo Tinasi für Domenico Grialdi, 1656. Riccardi I, 398. Cinti 264 (133). Carli-Favaro 252. Fahie 39. Gamba 393. Nicht bei Houzeau-Lancaster. – Erste Ausgabe von dem posthum erschienenen Traktat über die Sphären, den der italienische Astronom, Mathematiker, Philosoph und Universalgelehrte Galileo Galilei (1564-1642) in den 1590er Jahren verfasst hatte. Zu Grunde lagen die für seine Vorlesungen an der Universität zu Padua erarbeiteten Thesen, wobei es sich möglicherweise um eine Auseinandersetzung mit den Theorien des hochmittelalterlichen Astronomen Johannes de Sacrobosco (1195-1256) handelt. So adaptierte Galilei seine Erkenntnisse für die Didaktik an den Universitäten und schuf damit eines der ersten astronomischen Lehrbücher. Daraus erklärt sich auch der umfangreiche Rekurs auf die Lehren des Claudius Ptolemaeus, dessen geozentrisches Planetensystem Galileo zunächst vorstellt - und das selbstverständlich auch bei Sacrobosco das vorherrschende, von der Kirche mich dem Schöpfungsakt der Genesis in Einklang stehende, Weltbild war. Demnach steht die von Planeten und Sternen sowie der Sonne umwanderte Erde im Mittelpunkt des Systems. Während der erste Teil damit die Einführung in die Astronomie für Studienbeginner enthält, wendet sich der Autor im zweiten Teil einzelnen astronomischen Beobachtungen und Himmelsphänomenen zu. In den Grundlagen dazu knüpft Galileo an die Forschungen des bedeutenden Astronomen und Mathematikers Bonaventura Cavalieri (1598-1647) an, der aus Mailand stammt und dem Orden der Jesuaten des Hl. Hieronymus angehörte. Das Manuskript selbst war schon damals verlorengegangen, so dass der Text einzig auf Vorlesungsmitschriften der Jahre 1602 bis 1606 von Studenten Galileis basiert. Hinter dem sich nur als Pseudonym "Buonardo Savi" nennenden Herausgeber verbirgt sich der 1618 geborene Urbano D'Aviso, ein Schüler Galileis, der seinen Namen als Anagramm permutierte. Am Schluss des Werkes gibt er mehrere praktische Anweisungen zur Kartierung des Weltalls. "The treatise on the Sphere ... is supposed by some authors to be apocryphal, as it teaches the Ptolemaic cosmogony, placing the earth immovable in the center, and adducing the usual arguments. But this does not necessarily make the work apocryphal, for we have it under his own hand that for some years he taught the Ptolemaic system in classes out of compilance with popular feeling, though at heart he was a follower of Copernicus" (Fahie). Der hübsche, sehr virtuos und überaus fein radierte Kupfertitel zeigt in der Mitte einen mächtigen Sockel mit dem Wappen der Medici, wohl des Papstes Alessandro Ottaviano de' Medici, darüber der Titel: "Sfera del Galileo con le Prattiche di Buonardo Savi", auf dem Sockel eine Amillarsphäre, umstanden von vier Astronomen, von denen einer sein langes, vierfach ausgezogenes Teleskop-Fernrohr auf Mond und Sterne richtet - in Anspielung auf das Galilei-Fernrohr, das Galileo Galilei aus dem Holländischen Fernrohr des Linsenmachers Hans Lipperhey entwickelt hatte und das das wichtigste Instrument seiner Beobachtungen werden sollte. Die Kupfertafeln geben zahlreiche Instrumente wieder, mit denen sich der Astronom ausstatten solle, ferner Tabellen zu wiederkehrenden Himmelsereignissen und vieles mehr. – Vereinzelt minimal braunfleckig, ei
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