WEIHWASSERBECKEN MIT ENGEL UND PUTTO, Meissen, nach einem Modell von J. J. Kaendler von 1748. Die Bemalung später. Das muschelförmige Becken mit Goldspitzenbordüre an der Innenseite, über einem Putto und einem Wolkenbausch, darüber schwebend ein geflügelter Engel mit einem Krug in seiner linken Hand. Farbig staffiert. Ohne Marke. 27 x 19 cm. Ein Fuss des Engels ergänzt, Kreuz in der Hand des Putten fehlt. Provenienz: Privatbesitz, Deutschland. In den Arbeitsberichten Kaendlers (1706-1775) findet sich unter den 'Feierabendarbeiten' im August 1748 folgender Eintrag: "3. Einen sehr mühsamen Weihkessel. Es befindet sich eine saubere Muschel, worein das Wasser gegossen wird, in einem Gewölke, welche Muschel zugleich von einem Engel getragen wird; oben über der Muschel befindet sich noch ein etwas grösserer Engel, welcher mit der einen Hand die Muschel hält mit der anderen Wasser aus einem zierlichen Känngen hinein geusst." (U. Pietsch, Die Arbeitsberichte des Meissener Porzellanmodelleurs Johann Joachim Kaendler 1706-1775, Leipzig 2002, S. 423). Ein vergleichbares Modell in einer Abbildung mit Angabe der Modellnummer 1017 bei Karl Berling, Jubiläumsschrift zum 200-Jährlichen Bestehen der Manufaktur, Dresden 1910, Abb. 34 und Text S. 32; Villa Grisebach Berlin, The Rohde-Hinze Collection 2 – Decorative Art, 4. Juli 2015, Lot 3220. A. Ziffer verweist in dort im Katalogtext auf überlieferte Weihwasserbecken aus dem "Inventarium über die Hof Bett Meisterey beym Churfürstl. Sächsisch. Residenz-Schloss zu Desden" 1769-1783, in dem in einem Schlafzimmer "Zwey porcellaine Weih Kessel, einer bunt der andere weiss" aufgelistet werden (HSTA, Dresden, Hausmarschallamt 10010, 194 R XVI, Nr. 6, fol.124). Maria Josepha von Österreich (1699-1757), die Gemahlin vom sächsischen Kurfürsten August II., kam aus einem erzkatholischen Haus und hatte bereits eine Hauskapelle in der Residenz ausstatten lassen und den Bau der Katholischen Hofkirche durch Gaetano Chiaveri von 1739 bis 1755 gefördert.
WEIHWASSERBECKEN MIT ENGEL UND PUTTO, Meissen, nach einem Modell von J. J. Kaendler von 1748. Die Bemalung später. Das muschelförmige Becken mit Goldspitzenbordüre an der Innenseite, über einem Putto und einem Wolkenbausch, darüber schwebend ein geflügelter Engel mit einem Krug in seiner linken Hand. Farbig staffiert. Ohne Marke. 27 x 19 cm. Ein Fuss des Engels ergänzt, Kreuz in der Hand des Putten fehlt. Provenienz: Privatbesitz, Deutschland. In den Arbeitsberichten Kaendlers (1706-1775) findet sich unter den 'Feierabendarbeiten' im August 1748 folgender Eintrag: "3. Einen sehr mühsamen Weihkessel. Es befindet sich eine saubere Muschel, worein das Wasser gegossen wird, in einem Gewölke, welche Muschel zugleich von einem Engel getragen wird; oben über der Muschel befindet sich noch ein etwas grösserer Engel, welcher mit der einen Hand die Muschel hält mit der anderen Wasser aus einem zierlichen Känngen hinein geusst." (U. Pietsch, Die Arbeitsberichte des Meissener Porzellanmodelleurs Johann Joachim Kaendler 1706-1775, Leipzig 2002, S. 423). Ein vergleichbares Modell in einer Abbildung mit Angabe der Modellnummer 1017 bei Karl Berling, Jubiläumsschrift zum 200-Jährlichen Bestehen der Manufaktur, Dresden 1910, Abb. 34 und Text S. 32; Villa Grisebach Berlin, The Rohde-Hinze Collection 2 – Decorative Art, 4. Juli 2015, Lot 3220. A. Ziffer verweist in dort im Katalogtext auf überlieferte Weihwasserbecken aus dem "Inventarium über die Hof Bett Meisterey beym Churfürstl. Sächsisch. Residenz-Schloss zu Desden" 1769-1783, in dem in einem Schlafzimmer "Zwey porcellaine Weih Kessel, einer bunt der andere weiss" aufgelistet werden (HSTA, Dresden, Hausmarschallamt 10010, 194 R XVI, Nr. 6, fol.124). Maria Josepha von Österreich (1699-1757), die Gemahlin vom sächsischen Kurfürsten August II., kam aus einem erzkatholischen Haus und hatte bereits eine Hauskapelle in der Residenz ausstatten lassen und den Bau der Katholischen Hofkirche durch Gaetano Chiaveri von 1739 bis 1755 gefördert.
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